Das Ende der VPN-Verbindungen: Zero Trust als Zukunft des Remote-Zugriffs
Über zwei Jahrzehnte lang galt VPN (Virtual Private Network) als De-facto-Standard für einen sicheren Fernzugriff auf Unternehmensressourcen. Zu seiner Zeit war es ein Durchbruch – über verschlüsselte Tunnel zurück zum Unternehmensnetzwerk waren auch mobile Mitarbeitende in direkter Verbindung mit der „unternehmensinternen“ Sphäre.
Die heutige Arbeitswelt sieht jedoch ganz anders aus. Mitarbeitende greifen direkt über das Internet auf Anwendungen zu. Teams sind weltweit verteilt. Vertrauliche Daten liegen in privaten Rechenzentren, öffentlichen Cloud‑Umgebungen und hybriden Systemen. Der „Alles‑oder‑nichts“‑Ansatz des VPN hat damit ausgedient.
Zumal VPN-Strukturen besonders häufig im Visier von Angreifern stehen. Schwachstellen in der Software, per Phishing erbeutete Zugangsdaten und Fehlkonfigurationen ebnen den Weg. Sobald eine Verbindung erst einmal gekapert ist, liegen in der Regel oft große Teile des Firmennetzes offen – die horizontale Ausbreitung fällt leicht. Für Unternehmen, die bei der Absicherung von hybriden, dezentralen Arbeitsszenarien weiterhin auf VPN setzen, steigen die Risiken, und die Folgen einer Kompromittierung können verheerend sein.
Probleme im Zuge von VPN
- Breiter Netzwerkzugriff: Sobald eine VPN-Verbindung steht, haben Benutzer oft einen umfassenden Einblick in das gesamte Netzwerk. Wird ein Konto kompromittiert, entsteht unnötig viel Angriffsfläche.
- Nutzerfrustration: VPN geht nicht selten mit langsamen, instabilen Verbindungen und einer umständlichen Anmeldung einher. Das frustriert Mitarbeitende.
- Betrieblicher Aufwand: Die Verwaltung von VPN-Verbindungen nimmt IT-Teams in die Pflicht. Systeme und Endgeräte müssen gepatcht und Engpässe im Blick behalten werden.
- Sicherheitslücken: VPN-Strukturen wurden nicht für eine SaaS-orientierte (Software-as-a-Service) Welt entwickelt. Sie sind im Kern unsicher und bieten keinen integrierten Schutz gegenüber Phishing, Malware oder webbasierten Bedrohungen.
Einfach ausgedrückt: VPN verbinden zu viel, zu breit und zu oft auf Kosten von Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit.
Zero Trust: eine moderne Alternative
Zero Trust Network Access (ZTNA) stellt das VPN-Modell auf den Kopf. Anstatt netzwerkweiten Zugriff zu gewähren, verbindet es Benutzer nur mit den für sie vorgesehenen Anwendungen und Ressourcen.
- Identitätsbasiert: Zugriff gibt es nicht allein, weil der Nutzer mit dem Netzwerk verbunden ist. Entscheidungen basieren auf Identität, Gerätezustand und Kontextinformationen.
- Anwendungsbezogen: Benutzer erhalten Zugriff auf eine einzelne Anwendung, nicht auf das gesamte Netzwerk. Dadurch wird das Risiko lateraler Bewegungen verringert.
- Kontinuierliche Verifizierung: Vertrauen wird nie vorausgesetzt. Jede Sitzung wird bewertet und die Durchsetzung von Richtlinien erfolgt in Echtzeit.
- Integrierter Schutz: Durch Einbindung dedizierter Sicherheitsdienste sorgt ZTNA dafür, dass Malware, Phishing und andere Bedrohungen blockiert werden, bevor sie Benutzer oder Anwendungen erreichen.
Dieser Ansatz entspricht der Arbeitsweise moderner Unternehmen – verteilt, cloud-fokussiert und hochmobil.
Warum sich der Wandel beschleunigt
Mehrere Trends machen den Umstieg von VPN zu Zero Trust dringend erforderlich:
- Remote- und Hybrid-Arbeit sind mittlerweile fester Bestandteil des Arbeitsalltags – und vergrößern die Angriffsfläche.
- Die zunehmende Nutzung von SaaS bedeutet, dass Mitarbeitende häufig außerhalb des klassischen Unternehmensperimeters ans Werk gehen.
- Cyberversicherungen und Compliance-Anforderungen fordern vermehrt Zero-Trust-Kontrollen.
- Angreifer nutzen VPN als gängigen Einstiegspunkt, wobei Schwachstellen regelmäßig ins Visier von Ransomware-Gruppen geraten.
Unternehmen, die weiterhin auf VPN setzen, kämpfen mit wachsender Komplexität – während Angreifer gezielt nach Schwachstellen suchen.
Schrittweise zu Zero Trust
Die gute Nachricht: VPN zu ersetzen heißt nicht, dass über Nacht alles umgekrempelt werden muss. Moderne Lösungen wie FireCloud Total Access bieten Unternehmen einen praktikablen Weg zu Zero Trust. Zunächst werden Remote-Nutzer vor internetbasierten Angriffen geschützt, dann folgt Schritt für Schritt die Einführung von identitätsbasiertem Zugriff auf private und SaaS-Anwendungen.
Die Zukunft des Fernzugriffs
VPN gehört der Vergangenheit an. Zero Trust ist die Zukunft des Fernzugriffs – es reduziert Risiken, vereinfacht die Verwaltung und verbessert die Benutzererfahrung. Unternehmen, die jetzt modernisieren, sind besser geschützt, erfüllen Compliance-Anforderungen einfacher und arbeiten produktiver in der hybriden Arbeitswelt.
Bereit für mehr? Erfahren Sie, wie FireCloud Total Access und das Zero Trust Bundle von WatchGuard Ihnen helfen können, VPN-Probleme zu beseitigen und einen Zero-Trust-Ansatz für sichere Konnektivität zu verfolgen.