Blog WatchGuard

Das KMU-Paradoxon: am häufigsten im Visier, am wenigsten vorbereitet

Ein Leitfaden für KMU: vier zentrale Handlungsfelder für Cybersecurity und Datenschutz – von MFA über Endpoints bis zu Unified Security und MDR.

Über Jahrzehnte hat unter kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) der feste Glaube geherrscht, selbst viel zu unbedeutend zu sein, um ein attraktives Ziel für Cyberangriffe darzustellen. Dieser Mythos ist nun endgültig widerlegt.

Die Realität offenbart: KMU sind inzwischen überdurchschnittlich oft von Sicherheitsvorfällen und Datenlecks betroffen.

Der Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025 des Bundesamts für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) zeigt, dass sich zuletzt rund 80 Prozent der gemeldeten Angriffe gegen KMU richteten. Der Guardz SMB Cybersecurity Report 2025 zeichnet ein ähnliches Bild: 43 Prozent der befragten KMU haben bereits einen Cyberangriff erlebt – 27 Prozent davon allein im vergangenen Jahr. 

Während große Unternehmen ihre Sicherheitslandschaft mit hohen Budgets und rund um die Uhr besetzten Security‑Teams ausgebaut haben, richteten Angreifer ihren Fokus zunehmend auf das leichter angreifbare Ziel: kleine Unternehmen.

Und das ist kein regionales Phänomen. Ob in Großbritannien, Deutschland oder Nordamerika  – die Erwartungen an Datenschutz und Cybersecurity steigen kontinuierlich, getrieben von Kundenanforderungen, Cyberversicherungen und regulatorischen Vorgaben wie NIS2 oder dem britischen Data (Use and Access) Act.

Die wachsende Lücke: Komplexität vs. Kapazität

Die Verwundbarkeit des KMU‑Sektors liegt nicht an mangelnder Bereitschaft, in Sicherheit zu investieren, sondern an drei zusammenwirkenden Faktoren:

  1. Veraltete Technologien in Silostrukturen: Viele KMU nutzen separierte Sicherheitslösungen, die nicht miteinander kommunizieren. Dadurch entstehen blinde Flecken, hinter denen sich Angreifer verbergen können. 
  2. Ressourcen-Vakuum: Der Fachkräftemangel im Bereich Cybersicherheit ist 2026 größer denn je. Viele KMU betreiben Security weiterhin „nebenbei“. Laut Guardz verlassen sich 52 Prozent auf ungeschultes Personal oder sogar auf die Geschäftsführung selbst, um kritische Sicherheitsaufgaben zu übernehmen. 
  3. KI als Multiplikator: KI‑gestützte Angriffe sind schon Realität. Automatisierte Tools ermöglichen es Angreifern, Schwachstellen zu scannen, auszunutzen und sich mit Maschinengeschwindigkeit durch fragmentierte Sicherheitsstrukturen zu bewegen – weit schneller, als manuelle IT‑Teams reagieren können. Auf diesen Trend verweist beispielsweise auch die Studie Wirtschaftsschutz 2025 vom Branchenverband Bitkom.

Was jetzt zählt: die richtigen Prioritäten setzen

Das Ziel für KMU sollte nicht sein, immer mehr Tools zu kaufen, sondern sicherzustellen, dass vorhandene Sicherheitslösungen als ein zusammenhängendes System funktionieren. Um Risiken zu reduzieren und Datenschutz zu stärken, sollten KMU vier grundlegende Bereiche priorisieren:

1. Identitätssensible Abwehr

2026 brechen Angreifer nicht mehr ein – sie loggen sich ein. Gestohlene Zugangsdaten bleiben das meistgenutzte Einfallstor.

Strategie: Multifaktor-Authentifizierung einführen, die nicht nur im Büro, sondern für jeden Remote‑Login und jede Cloud‑App gilt – etwa mit WatchGuard AuthPoint MFA.

Wirkung: Selbst, wenn ein Passwort kompromittiert wird, beispielsweise über eine KI‑Phishing‑Mail, bleibt die Tür durch einen zweiten Faktor verschlossen.

2. Sichere Arbeitsumgebungen für mobile Teams

Arbeit ist heute nicht mehr mit einem bestimmten Ort verbunden – sie kann überall stattfinden. Bei vielen KMU entstehen Sicherheitslücken, wenn Mitarbeitende zwischen Homeoffice und Büro wechseln.

Strategie: Unternehmensgrenzen absichern. Das bedeutet, dass Endpoint‑Schutz und verschlüsselte Internetverbindungen jederzeit aktiv sein müssen – unabhängig vom Standort. Lösungen wie WatchGuard Endpoint Security oder WatchGuard EPDR wurden speziell hierfür konzipiert.

Wirkung: Durchgängiger Schutz, der den Nutzenden folgt – jederzeit, überall. Lücken im Zuge eines Agierens jenseits des klassischen Netzwerkperimeters entstehen erst gar nicht. 

3. Plattformübergreifende Sichtbarkeit und Automatisierung

Kleine Teams können nicht vielfältige Dashboards auf einmal überwachen. In der modernen Bedrohungslandschaft müssen Netzwerk und Endgeräte Informationen austauschen.

Strategie: Umstellen auf eine einheitliche Sicherheitsarchitektur, in der Firewall, Endpoint‑Schutz und Identitätsmanagement über eine Konsole gesteuert werden – wie bei der WatchGuards Unified Security Platform.

Wirkung: Automatisierung verkürzt Reaktionszeiten und reduziert Arbeitsaufwand. Wird ein Laptop im öffentlichen WLAN kompromittiert, sollte das System das Gerät automatisch isolieren, bevor Schaden entsteht.

4. Managed Detection statt manueller Überwachung

Der wichtigste Punkt: Wer kein internes 24/7‑Security‑Team hat, darf sich ruhig Hilfe holen.

Strategie: Zusammenarbeit mit einem Managed Service Provider (MSP), der Managed Detection and Response (MDR) anbietet – oder selbst einen MDR‑Service nutzen, der für MSP-Umgebungen entwickelt wurde. WatchGuard MDR ist ein perfektes Beispiel; WatchGuard Open MDR erweitert die Erkennung über bestehende Tools hinweg, ohne dass bereits existierende Sicherheitslösungen komplett ersetzt werden müssen.

Wirkung: Moderne Angriffe laufen mit Maschinengeschwindigkeit. Kleine, scheinbar unzusammenhängende Ereignisse können frühe Hinweise auf koordinierte Angriffe sein. KI‑gestützte Tools und Analysten erkennen Anomalien – etwa Logins aus mehreren Ländern – und stoppen sie sofort.

Auffällig ist, dass KMU eher die Auswirkungen von Cyberattacken begrenzen, wenn sie ihre Sicherheitsbereitschaft in gelebte Praxis überführen. Laut Guardz konnten 80 Prozent der Unternehmen mit Incident‑Response‑Plan größere Schäden vermeiden.

Worauf es ankommt

Cybersecurity ist nicht länger ein Kontrollkästchen, das man abhaken muss – IT-Sicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für Geschäftskontinuität. Wer als KMU fragmentierte Technologien hinter sich lässt und auf eine einheitliche, automatisierte Verteidigung setzt, kann den Absprung schaffen: anstelle von Angreifbarkeit rückt dann Resilienz. 

Im Grunde ist es einfach: Es kommt nicht darauf an, jedem neuen Tech-Trend hinterherzulaufen. Stattdessen gilt es, die Grundlagen in integrativer Form zu meistern, um sein Unternehmen und die Daten wirklich zu schützen.